Inhalt des Anschreibens

Ein inhaltlich überzeugendes Anschreiben formulieren Sie, indem Sie Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in Verbindung zu den Anforderungen der Stelle argumentativ und akzentuiert darstellen. Als besonders erfolgreich hat es sich erwiesen, nicht gleich mit dem Schreiben des kompletten Anschreibens zu beginnen, sondern eine gewissenhafte Vorbereitung zu betreiben.
So stellen Sie sich zuerst am besten ein paar Fragen hinsichtlich Ihrer beruflichen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ihre Antworten halten Sie schriftlich fest, um sie später zu verfeinern und im Anschreiben zu verwenden. Mit den zu den Fragen gehörenden Antworten können Sie sich erstmal einen Überblick darüber verschaffen, was Sie in beruflicher Hinsicht können und wollen. Folgender Fragenkatalog soll Ihnen eine kleine Anleitung sein:

  • Weshalb bewerben Sie sich? – Hier können Sie beispielsweise auf Ihre gegenwärtige Situation eingehen (Arbeitslosigkeit, Ausbildungsende, Erziehungszeit, Branchenwechsel, Berufswechsel, Umorientierung, Umzug, beruflicher Aufstieg), ohne sie einfach nur zu nennen – auch einer subjektiv sehr negativen Situationen müssen Sie noch etwas Gutes abgewinnen, denn Sie wollen ja für sich werben.
  • Was interessiert Sie an der ausgeschriebenen Stelle? – Stellen Sie Verbindungen zwischen Ihrer Ausbildung und Ihrer Berufserfahrung und den Anforderungen der Stelle her. So zeigen Sie, dass Sie fachlich geeignet sind.
  • Über welche fachlichen Qualifikationen und Fähigkeiten verfügen Sie? – Heben Sie Ihre Stärken deutlich hervor und belegen Sie Ihre Behauptungen mit Fakten. Es reicht also nicht aus, wenn Sie behaupten, dass Sie teamfähig seien, sondern Sie müssen diese Behauptung mit Fakten stützen.
  • Was machen Sie derzeit?
  • Welche beruflichen Erwartungen, Ziele und Wünsche haben Sie?

Nach dem Durchlesen des Anschreibens muss für den Empfänger sofort klar sein, Sie zum Vorstellungsgespräch, Einstellungstest bzw. Assessment-Center einzuladen. Daher reicht es nicht aus, Ihre Gedanken schnell niederzuschreiben, um das Anschreiben nach kurzer Korrektur sofort zu verschicken. Das Erarbeiten des Anschreibens sollte vielmehr ein paar Tage dauernder Prozess sein, bei dem Sie Formulierungen immer wieder miteinander abwägen, die Prägnanz Ihrer Aussagen überprüfen und andere Meinungen zu Ihrem Anschreiben einholen. Falls andere, Ihr Anschreiben kontrollierende Personen der Meinung sind, dass Sie mit Ihrem Anschreiben das Interesse des Lesers wecken, indem Sie zwischen Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten auf der einen Seiten sowie den Anforderungen der Stelle auf der anderen Seite einen individuellen Bezug herstellen, dann ist Ihr Anschreiben gelungen.

Formulierungen für das Anschreiben

Die passenden Formulierungen zu finden, fällt vielen Bewerbern sehr schwer. Zum einen weil sie sich zu selten mit den eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen auseinandersetzen bzw. diese zu negativ einschätzen. Zum anderen fehlt vielen Bewerbern die notwendige Erfahrung im Schreiben von Texten, vor allem wenn dieses nicht zum eigentlichen Berufsalltag gehört.

Im Anschreiben ist bei der Formulierung der Sätze eine einfache Sprache zu verwenden, die durch die richtige Wortwahl Ihre Aussagen unterstützt. Zudem sollten die Sätze nicht zu lang und hinsichtlich ihrer Struktur verständlich sein. Um die Lesbarkeit zu gewährleisten, achten Sie bitte darauf, einzelne Sätze sprachlich aufeinander abzustimmen.

Was Sie nicht machen sollten:

  • Noch einmal die Daten aus dem Lebenslauf komplett wiedergeben.
  • Eigenschaften und Fähigkeiten einfach nur aufzählen.

Stattdessen sollten Sie Formulierungen folgendermaßen aufbauen:

  • Stellen Sie Ihre Eigenschaften und Fähigkeiten immer in Bezug zu Beispielen bzw. zu einem Nutzen für das angeschriebene Unternehmen.

Beispiel für eine schlechte Formulierung: „Ich bin sehr engagiert, teamfähig und lernbereit. Das wird mir sicherlich auch als Industriekauffrau bei Ihnen nützlich sein.“

Ein verbessertes Beispiel: „Meine engagierte Arbeitsweise ermöglichte es mir bisher immer, mich in kürzester Zeit in zusätzliche Aufgabenbereiche schnell und sicher einzuarbeiten. Durch meine ausgesprochen gute Teamfähigkeit bin ich jederzeit in der Lage, Arbeitsergebnisse im Team miteinander abzustimmen und konstruktive Einwände in die eigenen Arbeitsergebnisse einfließen zu lassen.“

Das zweite Beispiel ist viel lebendiger und der Leser bekommt abseits von Floskeln einen Einblick in die Arbeitsweise und die Kernkompetenzen des Bewerbers. In dieser Weise können Sie sich schon mit dem Anschreiben von anderen Bewerbern positiv absetzen. Dies wäre mit dem ersten Beispiel nur schwer möglich, da viele Bewerber auf solch allgemeine Aufzählungen zurückgreifen, die für den Empfänger leblos, einfallslos und nicht verifizierbar bleiben.

Viele Bewerber machen außerdem den Fehler, einfach zu viele Eigenschaften in das Anschreiben einzubauen – und dann auch immer dieselben. Wenn zu Ihren herausragendsten Eigenschaften tatsächlich Kommunikationsfähigkeit, Kundenorientierung und Teamfähigkeit zählen, dann sollten Sie diese – wie oben beispielhaft dargelegt – ins Anschreiben einbauen. Ihnen sollte aber bewusst sein, dass sich viele Bewerber als kommunikationsfähig, teamfähig oder kundenorientiert bezeichnen.

Die Verwendung von Beispielen oder die Fokussierung auf den Nutzen Ihrer Kompetenzen für das Unternehmen setzen voraus, dass Sie sich mit Ihren Eigenschaften und Qualifikationen auch auseinandersetzen und die Bedeutung für Sie herausarbeiten. Wenn Sie darauf achten, dann gewinnt Ihr Anschreiben an Glaubwürdigkeit und Substanz. Diese Vorgehensweise ist im gesamten Anschreiben anzuwenden, aber vor allem auch in der Einleitung des Anschreibens, die die Mehrheit der Bewerber leider zu oft für uninformative Aussagen verschwenden.

Weitere Tipps für das Anschreiben

  • Finden Sie den konkreten Ansprechpartner im Unternehmen heraus, um den Namen als persönliche Anrede benutzen zu können.
  • Im Anschreiben werben Sie auch immer für Ihre Person, deshalb sollten Sie auf negative Wörter und Aussagen verzichten und stattdessen durch Ihre Wortwahl Aktivität und Stärke demonstrieren.
  • Sie brauchen im Anschreibentext nicht extra auf den Lebenslauf und die Zeugnisse verweisen. Die findet der Personalverantwortliche auch so.
  • Je nach Stelle und Position werden wenige Rechtschreibfehler Ihnen nicht unbedingt gleich das Genick brechen. Aber zu viele Rechtschreibfehler sind nicht nur ein Ausdruck von Rechtschreibproblemen, sondern mangelnder Sorgfalt. Wenn man eine Rechtschreibschwäche hat, dann ist man eben darauf angewiesen, die Rechtschreibprüfung auf dem Computer zu verwenden und ein Wörterbuch zur Hand zu nehmen. Zusätzlich können Sie weitere Personen um ein kontrollierendes und korrigierendes Lesen bitten.
  • Besonders ärgerlich für den Empfänger ist es, wenn im Anschreiben Listenpunkte mit Aufzählungen benutzt werden. Das Anschreiben muss ausformuliert werden.

Einleitung des Anschreibens

Trotz Platzmangels verwenden sehr viele Bewerber eine uninformative und sinnlose Einleitung. Oder die erste Hälfte des Anschreibens besteht sogar nur aus Standardsätzen, die keinerlei wichtige Informationen über den Bewerber und seine Qualifikationen beinhalten. Ein Beispiel für eine schlechte Einleitung:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige auf der Website der Bundesagentur für Arbeit gelesen und möchte mich hiermit um die angebotene Ausbildungsstelle zur Industriekauffrau bewerben. Ich habe mich gründlich über das Berufsbild, die Ausbildungsinhalte und die damit an mich gestellten Anforderungen informiert und bin mir sicher, dass ich diese erfülle. Derzeit besuche ich die 10. Klasse der Goethe-Realschule in Berlin, die ich im Sommer 2008 mit der Mittleren Reife abschließen werde.“

Dazu ist Folgendes anzumerken:

  • Der erste Satz wird so oder ähnlich wohl von weit über 50% der Bewerber benutzt. Aber wenn man kein Interesse an der Stelle hätte, dann bräuchte man auch keine Bewerbung schreiben. Außerdem stehen die Informationen, wo man die Stellenanzeige gefunden und gelesen hat, am besten im Betreff. Ob man wirklich „großes Interesse“ beim Lesen empfand, ist unwichtig und für den Empfänger auch unglaubwürdig, wenn das in fast jeder Einleitung steht.
  • Dass man sich über den Beruf mitsamt den Anforderungen informiert, ist eine Selbstverständlichkeit, die keiner Erwähnung im Anschreiben bedarf.
  • Es wird zwar oftmals geraten, anzugeben, was man gerade macht, aber das kann man auch informativer als im obigen Beispiel lösen, indem man einfach angibt, was man ist oder bald wird und was man als herausragende Eigenschaft dem Unternehmen anbieten kann: „Ich bin ein technisch und handwerklich begabter Schüler, der nach dem Erreichen der Mittleren Reife nun eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker anstrebt.“

Ziele des Lebenslaufes

Mit dem Lebenslauf geben Sie dem Leser nämlich einen Überblick über Ihre Ausbildung und berufliche Entwicklung in sachlicher und zeitlicher Dimension. Der Leser Ihres Lebenslaufes wird, sofern Sie sich durch das Anschreiben nicht schon diskreditiert haben, Ihren schulischen und beruflichen Lebensweg genau prüfen.

Dazu legt er, genau wie beim Anschreiben, seine erste Aufmerksamkeit auf die Form: keine Eselsohren und Flecken, sinnvolle Untergliederung, geeigneter Schrifttyp und geeignete Schriftgröße, Auswahl der Formatierungen, Beachten allgemeiner Formregeln, allgemeine Papierbeschaffenheit, verwischte Druckerschwärze etc. Danach interessieren den Leser inhaltliche Fragen, die im Lebenslauf beantwortet werden sollten:

  • Welche Ausbildung besitzt der Bewerber?
  • Stimmen die Qualifikationen mit den Anforderungen der Stelle überein?
  • Welche Berufserfahrungen kann der Bewerber vorweisen?
  • Über welchen beruflichen Status verfügt der Bewerber gegenwärtig?
  • Gibt es nebenberufliche Engagements oder Interessen, die die Eignung des Bewerbers unterstützen?
  • Welche Lücken bzw. Phasen der Nicht-Berufstätigkeit stellen sich im Lebenslauf dar? Auf solche und ähnliche Fragen sucht der Leser Antworten. Im Lebenslauf haben Sie die unumschränkte Möglichkeit, konkrete Antworten auf die Fragen zu geben. Daher versetzen Sie sich am besten in die Lage des Bearbeiters Ihrer Bewerbung und fragen sich selbst, was einen Personalverantwortlichen interessieren könnte, damit dieser sicher ist, den richtigen Bewerber auszuwählen. Grundsätzlich sind zwei Arten von Lebensläufen zu unterscheiden: den ausformulierten Lebenslauf und den tabellarischen Lebenslauf. Im Folgenden befasst sich der Artikel mit dem tabellarischen Lebenslauf, der in den meisten Fällen üblich ist.

Probleme und Lücken im Lebenslauf darstellen

Bei der Gestaltung des Lebenslaufes treten bei den meisten Bewerbern Schwierigkeiten auf, wenn es um die Lückenlosigkeit und die Relevanz von Lebenslaufstationen geht. So sind mehrere Monate Freiraum zwischen zwei Arbeitsverhältnissen, eine lang andauernde Arbeitslosigkeit oder eine schwere Krankheit darzustellen. Aber auch die Einordnung von beispielsweise Erziehungs-, Wehrdienst- oder Pflegezeiten können Bewerber vor größere Probleme stellen, da sie die chronologische Reihenfolge der Berufstätigkeit durchbrechen. Zusätzlich tritt häufig das Problem des häufigen Arbeitsplatzwechsels auf oder das Arbeiten in nicht erlernten Berufsfeldern.

Folgende Situationen stellen die Bewerber bei der Gestaltung des Lebenslaufes immer wieder vor Problemen:

  • Arbeitslosigkeit im Lebenslauf darstellen
  • Längere gesundheitliche Beeinträchtigung
  • Pflegezeit
  • Wehr-/Zivildienst
  • Auslandsaufenthalt/ Auszeit (privater Natur)
  • Häufiger Arbeitsplatzwechsel
  • Vorherige Kündigungen
  • Selbstständigkeit
  • Ausbildungsabbruch/ Studienabbruch

Weitere Tipps für den Lebenslauf

Die folgende Liste enthält ein weitere nützliche paar Tipps für die Gestaltung eines Lebenslaufes:

  • Benutzen Sie weißes und natürlich unliniertes Papier für den Lebenslauf. Wenn es Ihr Geldbeutel zulässt, dann können Sie für Ihre Bewerbung auch höherwertige Papiere als nur Kopierpapier verwenden, zum Beispiel Papier mit Wasserzeichen in der Stärke 100g/m2.
  • Der Lebenslauf wird mit dem Computer verfasst und tabellarisch angeordnet. Von dieser Vorgehensweise ist nur abzuweichen, wenn in der Stellenausschreibung ausdrücklich um andere Lebenslaufarten – also einen ausformulierten Lebenslauf – gebeten wird.
  • Der Lebenslauf einer Bewerbung enthält im Gegensatz zum Anschreiben einer Bewerbung keine Anrede des Empfängers und auch keine Grußformel am Ende.
  • Wenn Sie Ihr Bewerbungsfoto auf den Lebenslauf befestigen wollen, dann ist der richtige Ort dafür rechts oben auf der ersten Seite im Lebenslauf.
  • Die Zeitangaben erfolgen am besten auf den Monat genau – also zum Beispiel 02/2005 – 05/2008.
  • Die Angabe von Hobbys im Lebenslauf ist grundsätzlich nicht anzuraten. Verdichten Sie Ihre Hobbys im Anschreiben und auch im Lebenslauf besser zu Interessen, die in Bezug zu den Anforderungen der Stelle stehen (Reisen => kulturelles Interesse an fremden Ländern, Kfz-Tuning => Interesse an mechatronischen und elektrischen Sachverhalten).
  • Eine Beschränkung der Lebenslauflänge auf nur eine Seite ist nicht sinnvoll. Sie sollten zwar auch im Lebenslauf einer Bewerbung nicht abschweifen, aber auf zwei Lebenslaufseiten können Sie Ihren Werdegang hinsichtlich der Form und des Inhalts viel besser aufbereiten.
  • Die Orts- sowie Datumsangabe im Lebenslauf (Berlin, 13.05.2008) und Ihre Unterschrift erfolgt linksbündig, wobei nur die Unterschrift des Lebenslaufes handschriftlich erfolgt und unter der Orts- und Datumsangabe steht.

Lebenslauf – Gliederung und Inhalt

Es hat sich in der Praxis bewährt, den Lebenslauf der Bewerbung grob in vier Gruppen einzuteilen, um so die Übersichtlichkeit zu gewährleisten und die Daten inhaltlich prägnant darzustellen:

  • Persönliche Daten
  • Ausbildung
  • Beruflicher Werdegang
  • Besondere Kenntnisse und Weiterqualifizierung

Um die zeitliche Abfolge der einzelnen Lebenslaufdaten innerhalb einer Gruppe nachzuvollziehen, besonders in den Gruppen „Ausbildung“ und „Beruflicher Werdegang“, ist es üblich, die Daten unter Angabe der genauen Zeiträume chronologisch zu ordnen: zuerst die älteren Angaben und dann zeilenweise, nach zeitlicher Abstufung die jüngeren Angaben präsentieren. Daneben ist aber auch die umgekehrt chronologische Anordnung möglich, so dass Ihre letzte Lebenslaufstation in den Gruppen jeweils als erster Punkt aufgeführt wird. Dieses Vorgehen empfiehlt sich vor allem für die Gruppe „Beruflicher Werdegang“ und bei schon längerer Berufstätigkeit.

Zu den „Persönlichen Daten“ im Lebenslauf gehören:

  • Vorname, Familienname
  • Geburtsdatum, Geburtsort
  • Anschrift mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse (In Abhängigkeit von der Angabe auf anderen Elementen der Bewerbungsunterlagen, beispielsweise auf dem Deckblatt.)
  • Familienstand (Es reicht aus, „verheiratet“ oder „unverheiratet“ anzugeben.)
  • Kinder (Die Angabe der Anzahl der Kinder reicht aus.)
  • Staatsangehörigkeit (Eher bei ausländischen Bewerbern empfehlenswert.)
  • Konfession (Letzteres ist kein Muss; die Angabe empfiehlt sich bei entsprechenden Berufen bzw. Arbeitgebern => kirchliche Träger.)
  • Eltern, Geschwister (Sehr unüblich – Angabe der Geschwister bei sozialen Berufen, um soziale Kompetenz bzw. Einfühlungsvermögen anzuzeigen.)

Zur Gruppe „Ausbildung“ im Lebenslauf gehören alle schulischen, universitären und beruflichen Ausbildungsgänge. Die erreichten Abschlüsse können Sie mit einer Formatierung gesondert hervorheben. Außerdem hat es sich bewährt, wenn Sie nicht nur den Zeitraum Ihrer Ausbildung, die Schule oder den Ausbildungsbetrieb nennen, sondern etwas detaillierter Ihre Ausbildungssituation darstellen – besonders wenn Sie noch ein junger Bewerber sind.

So können Sie auf Ihre Note verweisen, auf Prüfungsfächer eingehen, Leistungskurse oder besondere Studienfächer nennen, übernommene Aufgaben während der Ausbildung prägnant angeben, den Titel Ihrer Abschlussarbeit präsentieren, Auszeichnungen und andere Würdigungen im Lebenslauf aufnehmen. Durch diese Erfahrungen und Kenntnisse kann man sich unter Umständen von anderen Bewerbern sehr deutlich positiv hervorheben.

Dagegen brauchen Sie als berufserfahrener Bewerber die Ausbildungsdaten nicht so detailliert darstellen; teilweise reicht es aus, nur den jeweiligen Abschluss zu erfassen. Daneben sind die Schuldaten mit zunehmenden Berufserfahrungen immer weniger wichtig. Sie sollten – möglichst schon als Berufsanfänger – Ihre Schuldaten zu komprimieren und nicht jeden Ihrer Schulwechsel im Lebenslauf dokumentieren, da der Informationswert dieser zusätzlichen Angaben gegen Null tendiert und damit wertlos für Ihre Bewerbungschancen ist.

Zur „Ausbildung“ gehören auch abgeleistete Wehrdienst- und Zivildienstzeiten, Auslandsaufenthalte sowie soziale Engagements (Freiwilliges Soziales Jahr) direkt nach der Schule. Auch hier kann die Darstellung etwas detaillierter über die reine Zeitangabe hinausgehen: Einheit, Funktion, Dienstgrad, Tätigkeiten, Auslandseinsätze etc.

In der Unterrubrik „Beruflicher Werdegang“ des Lebenslaufes gehen Sie dann auf Ihre beruflichen Stationen ein: Zeiträume, genaue Art der ausgeübten Tätigkeit, Aufgaben- und Verantwortungsbereich und Arbeitgeberdaten. Jeden beruflichen Aufstieg, besonders auch innerhalb einer Firma, müssen Sie deutlich kennzeichnen. Bei sehr vielen beruflichen Stationen, die keine Ausbildung erfordern, lohnt es sich, einzelne Stationen zusammenzufassen, um so eine prägnante Darstellung zu gewährleisten. Diese Zusammenfassung ist ebenso angebracht, wenn die zusammengefassten Stationen hinsichtlich der Aufgaben nur einen geringen Bezug zur ausgeschriebenen Stelle haben.

Die Gruppe „Besondere Kenntnisse und Weiterqualifizierung“ im Lebenslauf enthält dann Angaben zu Fähigkeiten, die Sie sich zusätzlich außerhalb der eigentlichen Schul- und Berufslaufbahn angeeignet haben, und zu besonderen Tätigkeiten: Sprach- und IT-Kenntnisse, Methodenkenntnisse, Weiterbildungsangaben, ehrenamtliches Engagement, (relevante) Mitgliedschaften in Vereinen oder besondere Interessen, die einen Bezug zur Stelle aufweisen bzw. die Ihnen wichtige Charaktereigenschaften nachzeichnen und normalerweise als positiv bewertet werden.

Auswahl geeigneter Fotografen

Ihnen als Bewerber ist es allerdings grundsätzlich nicht verboten, ein Bewerbungsfoto den Bewerbungsunterlagen beizulegen, um Ihre Persönlichkeit zu unterstreichen. Mit einem professionell angefertigten Bewerbungsfoto machen Sie den Betrachter im besten Fall neugierig, Sie näher kennen zu lernen und mehr über Sie zu erfahren; natürlich müssen dann auch die anderen Elemente Ihrer Bewerbungsmappe einen positiven Eindruck hinterlassen. Denn nur mit einem guten und perfekten Bewerbungsfoto gleichen Sie andere Bewerbungsfehler nicht aus. Wenn Sie mit Ihrem Bewerbungsfoto überzeugen wollen, dann sind von Ihnen einige wichtige Dinge im Voraus zu beachten; einfach mal so mit der eigenen Digitalkamera schnell ein paar Bewerbungsfotos zu erstellen, ist nicht die richtige Vorgehensweise.

Wenn es Ihr Geldbeutel zulässt, dann verzichten Sie bitte auch auf Automatenfotos oder sogar Urlaubsbilder, denn diese besitzen eine schlechte Qualität und richten in den meisten Fällen mehr Schaden an als sie nutzen. Die geeignete Alternative ist der Gang zu einem professionellen Fotografen in Ihrer unmittelbaren Umgebung. Die meisten Fotografen stellen im Schaufenster Ihres Fotogeschäfts beispielhaft Fotografien aus, so dass Sie einen Eindruck vom Stil der Bewerbungsfotos des jeweiligen Fotografen erhalten, die Sie nach Ihrem eigenen Geschmack bewerten können.

Außerdem sollten Sie sich von Verwandten, Freunden und Bekannten ihre Bewerbungsfotos zeigen lassen; fragen Sie auch nach Erfahrungsberichten und Empfehlungen für geeignete Fotografen. In einem nächsten Schritt suchen Sie die Fotografen unverbindlich auf und stellen kurz Ihr Anliegen vor; ein professioneller Fotograf sollte Sie nach der gewünschten Position, für die das Bewerbungsfoto gedacht ist, fragen und Ihnen Tipps zur Vorbereitung geben. Je nach Umfang der Dienstleistungen und Sympathie (oder anderen Kriterien) entscheiden Sie sich dann für einen Fotografen.

Wenn Sie den Bewerbungsunterlagen ein Bewerbungsfoto beifügen wollen, dann sollten Sie sich natürlich genauso viel Mühe wie bei den anderen Bewerbungsunterlagen geben. Als besonders vorteilhaft hat sich erwiesen, an einem solchen Tag zum Fotografen zu gehen, an dem Sie mit dem richtigen Bein aufgestanden sind und deshalb eine positive Gemütslage ausstrahlen, die sich dann auch auf dem Bewerbungsfoto bemerkbar macht. Beim Fotografieren selbst sollten Sie aufgeschlossen und gleichzeitig ernsthaft gucken. Ein freundlicher Blick oder sogar Lächeln sind zwar nicht unbedingt verkehrt, stellen für viele Berufe aber auch keine Notwendigkeit dar. Am besten üben Sie vorher zu Hause vor dem Spiegel ein paar Gesichtsausdrücke, die Freundlichkeit, Zielstrebigkeit und ernsthaftes Interesse ausstrahlen.

Gestaltung und Größe des Bewerbungsfotos

Das verwendete Bewerbungsfoto sollte derart neu sein, so dass es auch Ihr gegenwärtiges Aussehen porträtiert. Die übliche Form für Bewerbungsfotos ist das Halbporträt, welches Ihren Kopf und die Schulterpartie ablichtet. In den letzten Jahren hat es sich auch durchgesetzt, immer weniger vom Körper abzulichten und noch mehr das Gesicht in den Vordergrund zu stellen. Um eine Dynamik auf dem Bewerbungsfoto zu erreichen, die zum Anschauen anregt, wird der Kopf bei den meisten Aufnahmen nach rechts und gleichzeitig leicht nach vorne geneigt.

Die Größe des geeigneten Bewerbungsfotos hängt zum einen von Ihrem Geschmack bzw. Stilempfinden und zum anderen vom allgemeinen Design Ihrer Bewerbungsunterlagen ab. Denn so kann ein zu kleines Bewerbungsfoto auf dem Deckblatt manchmal sehr verloren wirken. Die häufig verwendete Bewerbungsfotogröße im Hochformat ist 3,5 x 4,5 cm – also normale Passfotogröße. Allerdings ist dieses Format für Bewerbungen in den meisten Fällen zu klein, um ausreichend aussagekräftig den Bewerber darzustellen. Daher ist eine größere Größe für das Bewerbungsfoto zu empfehlen: von einer gängigen Bewerbungsfotogröße 5 x 7,5 cm bis zu einer Größe von 7 x 10 cm.

Aber auch das Querformat oder ein quadratisches Format sind Varianten für mutige Bewerber, da sich dadurch die Bildaussage verändert und das Bewerbungsfoto beim Personalverantwortlichen Aufmerksamkeit erregt und Interesse an einer ausführlichen Beschäftigung mit den Bewerbungsunterlagen weckt. Am besten Sie unterhalten sich vorher ausgiebig mit dem Fotografen über verschiedene Möglichkeiten der optimalen Darstellung Ihres Gesichts und Ihres Charakters. Das ist wichtig, damit sich der Personalverantwortliche später im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild von Ihnen machen kann.

Eine weitere Streitfrage betrifft immer noch die Farbwahl eines Bewerbungsfotos: Schwarzweiß oder farbig? Hier entscheidet auch wieder Ihr persönlicher Geschmack. Generell gilt: Schwarzweiße Bewerbungsfotos wirken eleganter und unaufdringlicher, währenddessen farbige Bewerbungsfotos durch falsche Farbkombinationen manchmal nicht harmonisch sind. Einen Nachteil von nicht-farbigen Bewerbungsfotos kann allerdings die fehlende Tiefe darstellen.

Auswahl der Kleidung für das Bewerbungsfoto

Beim Fotografieren sollten ihre Kleidung und Frisur der ausgeschriebenen Stelle entsprechend ausgewählt werden, am besten so, wie Sie auch zu einem Vorstellungsgespräch erscheinen würden. So stehen Jackett und Hemd, je nach ausgeschriebener Stelle auch Krawatte, Männern immer gut. Außerdem untermauern Sie damit Ihre Vertrauenswürdigkeit und erhöhen Sie damit das Zutrauen in Ihre Fähigkeiten. Bei Frauen kommen vor allem Blusen und Blazer in Frage. Dabei sollten die Frisur und das Make-up dezent und natürlich aufgetragen sein. Lange Haare bei Frauen werden am besten zusammengebunden oder wenigstens hinter die Schulterpartie gelegt, so dass das Gesicht nicht von zu vielen Haaren bedeckt ist. Damit Ihr Gesicht beim Fotografieren nicht glänzt und dadurch unvorteilhaft wirkt, ist das Gesicht am besten vorher etwas zu pudern.

Befestigung des Bewerbungsfotos

Das Bewerbungsfoto können Sie entweder auf dem oberen rechten Teil des Lebenslaufes platzieren oder alternativ auf einem Deckblatt – wenn Sie mit einem Deckblatt Ihre Bewerbungsunterlagen ergänzen. Zur Befestigung des Bewerbungsfotos eignen sich Heftecken, Klebestifte oder Klebepunkte besonders gut. So kann das Bewerbungsfoto nicht verrutschen und das Papier wellt sich nicht durch die Verwendung von Papierkleber. Auf der Rückseite des Bewerbungsfotos vermerken Sie zusätzlich Ihren Namen und Ihre Anschrift, so dass im Notfall eine leichtere Zuordnung zu Ihren Bewerbungsunterlagen möglich wäre.

Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Das Vorstellungsgespräch ist die Möglichkeit, sich als Persönlichkeit zu präsentieren. Leider wird bei vielen Bewerbern im Vorstellungsgespräch aber schnell deutlich, dass im Anschreiben aufgeführte Eigenschaften doch nicht so umfassend vorhanden sind. Da Sie im Vorstellungsgespräch überzeugen wollen, ist es ratsam, sich gewissenhaft sowie zielgerichtet vorzubereiten und eine Bestandsaufnahme Ihrer beruflichen und persönlichen Situation sowie Ihrer Motivation und beruflichen Ziele zu machen. Dies sollte im Rahmen einer Selbstanalyse bzw. Stärken- und Schwächenanalyse stattfinden.

Neben der Selbstanalyse gehören folgenden Elemente zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch:

  • Informieren Sie sich anhand verschiedener Quellen umfassend über das Thema Vorstellungsgespräch. Dabei hilft es auch, sich vergangene Vorstellungsgespräche ins Gedächtnis zu rufen oder sich mit Bekannten über deren Erfahrungen mit Vorstellungsgesprächen auszutauschen.
  • Wenn Sie sich vor dem Vorstellungsgespräch über Ihre Stärken klar werden und über den Bezug zu den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle nachdenken, dann sind Sie im Vorstellungsgespräch zielgerichteter und überzeugender.
  • Darüber hinaus sollten Sie sich – sofern das möglich ist – ausgiebig über das Unternehmen und die zugehörige Branche informieren.
  • Setzen Sie sich mit den Anforderungen in einem Vorstellungsgespräch auseinander, und üben Sie vorher bestimmte Gesprächssituationen mit Bekannten oder eignen Sie sich benötigte Techniken an. Dabei ist vor allem das Feedback wichtig, um daraus Lösungsstrategien und Verhaltensweisen für bestimmte Situationen und Fragen im Vorstellungsgespräch herauszuarbeiten.

Informationen über das Unternehmen und die Branche

Bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch gehört die Informationsrecherche über das Unternehmen zu einer wichtigen Aufgabe. Aber oftmals ist das nicht ausreichend möglich, da es sich um ein zu kleines Unternehmen, um eine Behörde oder um eine lokale Arztpraxis handelt, so dass nur sehr wenige relevante Informationen öffentlich zugänglich sind. Als praxiserprobter Ausweg bietet es sich an, dann als Alternative passende Brancheninformationen zu sammeln, zum Beispiel mit folgender Vorgehensweise:

  • Arztpraxis – Branche: Gesundheit, Medizin
  • Friseur – Branche: Friseurhandwerk
  • Behörde – Branche: Öffentlicher Dienst

Im Vorstellungsgespräch können Sie Ihren Berufswunsch so anhand der Perspektiven und des Aufgabenspektrums der Branche erläutern. Je größer und bekannter dagegen der potentielle Arbeitgeber aber ist, desto mehr Informationen können Sie herausfinden und auswerten.

Fundierte Informationen über das Unternehmen selbst und über die Branche sind eine der Voraussetzungen für ein gutes Vorstellungsgespräch, denn Fragen zu diesen Themengebieten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit gestellt. Diese könnten dann lauten: „Warum bewerben Sie sich gerade bei uns?“ oder „Was reizt Sie an und was wissen Sie über unser Unternehmen?“ Wenn Sie bei der Beantwortung dieser Fragen schon ins Stocken geraten, dann hinterlassen Sie einen negativen Eindruck, da Sie anscheinend nicht genug Engagement mitbringen, sich gewissenhaft in unbekannte Sachverhalte einzuarbeiten. Falls Sie sich dagegen als Bewerber umfassend informiert haben sollten, können Sie so weitere Pluspunkte sammeln.

Folgende Möglichkeiten bieten sich zur Informationsrecherche über das Unternehmen und die Branche an:

  • Die Stellenanzeige bietet in vielen Fällen schon erste wertvolle grundlegende Informationen, neben den Stellenanforderungen beispielsweise auch Unternehmenskennzahlen oder die Unternehmensphilosophie.
  • Auf der Website des Unternehmens finden sich auch oftmals Informationen zu Dienstleistungen und Produkten, zur Unternehmensgeschichte oder zu allgemeinen Anforderungen an zukünftige Mitarbeiter, so dass Sie sich ein noch umfassenderes Bild vom Unternehmen machen. Viele internationale Konzerne bieten auf ihrer Website auch eine Kategorie Karriere an, die weitere zusätzliche Informationen bereithält.
  • Gerade bei kleinen lokalen Unternehmen lohnt es sich, im Freundes- und Bekanntenkreis nach Erfahrungen mit diesem Unternehmen zu fragen.
  • Daneben können Sie sich in der Tagespresse oder in Fachzeitschriften über das Unternehmen bzw. die Branche und eventuell aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen informieren.
  • Eine weitere Informationsquelle stellt ganz allgemein das Internet dar; je größer und bekannter das jeweilige Unternehmen ist, desto mehr Informationen werden Sie durch Suchmaschinen oder auf Branchenportalen finden.
  • Branchenverbände und -organisationen verfügen über eine Menge Informationsmaterial.
  • Unter Umständen ist es ratsam, das Angebot des Arbeitgebers für telefonische Rückfragen anzunehmen, um mit einem vorbereiteten Telefonanruf zusätzliche Informationen zu sammeln.

Im Folgenden finden Sie Beispiele, welche Informationen Sie sammeln sollten:

  • Art und Größe des Unternehmens, Unternehmensstruktur, Unternehmensgeschichte, Unternehmensphilosophie.
  • Ökonomische Kennzahlen und Wettbewerbsstellung des Unternehmens.
  • Produkte und Dienstleistung – Herstellung, Vertrieb.
  • Mitarbeiterklima, Erwartungen an Mitarbeiter und Förderung der Mitarbeiter.

Bei der Informationsrecherche und -sammlung ist besonders darauf zu achten, nicht den Überblick zu verlieren. Daher bietet es sich an, die Ergebnisse der Informationsrecherche schriftlich festhalten, um die wichtigen von den unwichtigen Informationen trennen zu können. Das Festhalten kann in einer strukturierten Zusammenfassung mit selbst gewählten Prioritäten erfolgen, so dass Sie das Ergebnis der Informationsrecherche immer schnell durchlesen können. Bei der Vorbereitung und der Erstellung der Zusammenfassung bleiben häufig Fragen offen; auch diese sollten Sie sich notieren. Denn diese Fragen können Sie als Ausgangspunkt für die Ausarbeitung von interessanten Fragen an das Unternehmen verwenden.

Planung der Anreise

Zum Vorstellungsgespräch müssen Sie selbstverständlich pünktlich erscheinen, weswegen Sie so früh wie möglich aufbrechen sollten: früher am Ort des Vorstellungsgesprächs zu sein, ist immer besser als zu spät. Informieren Sie sich vorher über den Anfahrtsweg und rechnen Sie Verzögerungen (Stau, Verspätung, Unfälle) in Ihre Planungen mit ein. Je weiter der Anreiseweg und je weniger Sie sich vor Ort auskennen, desto mehr Pufferzeit sollten Sie einberechnen.

Wenn für Sie absehbar ist, dass Sie sich verspäten werden, dann rufen Sie den Gesprächspartner an, um Ihre Verspätung und den Grund dafür mitzuteilen. So machen Sie trotz aller widrigen Umstände dennoch eine halbwegs gute Figur. Falls Sie den Gesprächstermin komplett vergessen haben und sich erst danach wieder daran erinnern, dann sollten Sie das Unternehmen trotzdem um Entschuldigung bitten; auch wenn Sie mit Ihrer Vergesslichkeit alle Chancen auf eine Einstellung verspielt haben dürften.

Ablauf eines Vorstellungsgespräches

Ein Vorstellungsgespräch läuft natürlich nie gleich ab. Es gibt Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen und Personalverantwortlichen, so dass der Gesprächsverlauf sehr variieren kann. In den meisten Fällen wird das Vorstellungsgespräch direkt beim suchenden Unternehmen in einem Konferenzzimmer oder in einem Büro der Gesprächsteilnehmer stattfinden. Manchmal werden die Bewerber auch mit einer Führung durch das Unternehmen mit den Gegebenheiten bekannt gemacht, währenddessen man sich in ungezwungener Atmosphäre austauschen kann.

Alternativ kann das Vorstellungsgespräch auch an einem neutralen Ort durchgeführt werden, um so die typische Gesprächssituation zu vermeiden und unter Umständen ein besseres Kennen lernen zu ermöglichen. Wenn im Bewerbungsverfahren eine dritte Partei – beispielsweise eine Personalberatung, ein Headhunter oder ein Zeitarbeitsunternehmen – involviert ist, dann findet ein erstes Vorstellungsgespräch meistens auch bei dieser dritten Partei statt.

Die Anzahl und die Positionen der Gesprächsteilnehmer können je nach Unternehmen auch sehr variieren. In kleinen Unternehmen ohne eigene Personalabteilung wird das Vorstellungsgespräch oftmals mit dem Eigentümer bzw. Geschäftsführer geführt. Allerdings ist nur ein Gesprächspartner aufgrund der neuen Gesetzgebung (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) von der Arbeitgeberseite rechtlich bedenklich. Wenn eine Personalabteilung vorhanden ist, dann ist meistens auch ein Mitarbeiter aus dieser Abteilung anwesend und gestaltet das Vorstellungsgespräch mit.

Grundsätzlich kann man sich hinsichtlich des Ablaufs eines Vorstellungsgesprächs an ein grobes Schema orientieren:

  • Begrüßung
  • Smalltalk
  • Personaler stellt das Unternehmen, die Abteilung und die zu besetzende Stelle kurz vor
  • Bewerber stellt sich in einer Selbstpräsentation vor
  • Personaler stellt stellenbezogene und fachliche Fragen an den Bewerber
  • Der Bewerber hat seinerseits die Möglichkeit zu Fragen, so dass das Vorstellungsgespräch sich zu einer Diskussion entwickelt
  • Kurze Auswertung und Absprache für die weitere Vorgehensweise

Zweites Vorstellungsgespräch

Ein erstes Vorstellungsgespräch kann auch im Rahmen eines Assessment-Centers stattfinden, um die grundsätzliche Eignung herauszufinden. Daneben wird besonders bei sehr verantwortungsvollen Positionen bzw. bei großen Unternehmen nach dem ersten ein zweites Vorstellungsgespräch folgen. Das erste Vorstellungsgespräch dient dann vor allem dazu, eine Vorauswahl zu treffen und die ausgewählten Bewerber in einem zweiten Vorstellungsgespräch mit den unmittelbaren Vorgesetzten und Entscheidungsträgern bekannt zu machen, die eine gemeinsame Entscheidung über die Einstellung von neuen Mitarbeitern treffen. Außerdem werden in einem zweiten Vorstellungsgespräch die Gesprächsthemen vertieft und die genauen Rahmenbedingungen einer Zusammenarbeit miteinander abgeklärt. Deswegen ist eine konzentrierte Vorbereitung auf das zweite Vorstellungsgespräch unabdingbar.

Verhalten im Vorstellungsgespräch

Viele Bewerber haben Angst vorm Vorstellungsgespräch, was sich in den unterschiedlichsten körperlichen Symptomen äußert. Dabei ergeben sich die größten Probleme nicht aus den eigentlichen Angstgefühlen, sondern aus der Angst vor der Angst und aus den Handlungen, die Angstgefühle im Vorstellungsgespräch zu unterdrücken.

Umgang mit Angstgefühlen

  • Unwohlsein, Herzklopfen, trockener Mund oder feuchte Hände – häufig hilft es schon, sich seine völlig menschlichen Angstgefühle einzugestehen und die eigene Angst auch dem Gegenüber laut auszusprechen, zum Beispiel folgendermaßen: „Ich bin ein wenig aufgeregt, da diese Stelle eine große Chance für mich wäre. Daher habe ich etwas Herzklopfen und zittern meine Hände.“ Das kostet weniger Kraft als die Angstgefühle das gesamte Vorstellungsgespräch über mühevoll zu unterdrücken. Daneben gibt es grundsätzlich Techniken zur Entspannung, die man vor einem Vorstellungsgespräch erlernen und dann auch während des Vorstellungsgesprächs anwenden kann.

Nonverbale Kommunikation im Vorstellungsgespräch

  • In einem Vorstellungsgespräch werden verbal viele Informationen ausgetauscht. Daneben hat man es in einem Vorstellungsgespräch auch mit der nonverbalen Kommunikation zu tun, die sich über die Körpersprache vermittelt – sowohl beim Bewerber als auch beim Interviewer. Es soll nicht Gegenstand dieses Artikels sein, auf alle möglichen Gestiken und Mimiken mit ihren Interpretationsmöglichkeiten einzugehen, weil dies Sie als Bewerber belasten könnte, wenn Sie durch die Vielzahl an Informationen nicht mehr wissen, was „richtig“ und was „falsch“ ist.

Eine bewusst gesteuerte Körpersprache unterstützt Ihre Aussagen

Am wichtigsten: Gestik und Mimik müssen mit den zeitgleich geäußerten verbalen Informationen übereinstimmen. Mit einer bewusst gesteuerten Körpersprache unterstützen Sie Ihre Aussagen. Sie sollten vor allem interessiert, tatkräftig, offen und selbstbewusst auftreten – denn diese Eigenschaften sind in jedem Beruf gefragt.

Bei der Begrüßung geben Sie den Gesprächspartnern fest die Hand, ohne die Hand der Gesprächspartner zu erdrücken. Schauen Sie dem Gegenüber in die Augen und versuchen Sie zu lächeln, denn damit runden Sie den ersten Eindruck ab und sammeln bei den Gesprächspartnern unterbewusst ein paar Sympathiepunkte. Ihr Kopf sollte bei der Begrüßung nicht gesenkt sein; außerdem sollte Ihre Blick nicht im Raum herumschweifen, da Sie so Unsicherheit mit neuen Situationen vermitteln würden.

Wenn Sie dazu aufgefordert werden, dann erst setzen Sie sich hin; wenn Sie keine Aufforderung erhalten, dann fragen Sie der Situation angepasst höflich nach. Beim Sitzen sollten Sie auf eine lockere und entspannte Haltung achten, die Ihnen eine gute Stimmlage ermöglicht; fallen Sie vor allem nicht mit dem Oberkörper zu weit nach vorne. Eine Körperhaltung mit verschränkten Armen signalisiert dagegen – vielleicht nur unterbewusst – Abwehr und Desinteresse. Somit erschweren Sie die Kommunikation mit Ihnen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass das Vorstellungsgespräch für Sie nicht wie erhofft verläuft, bleiben Sie trotzdem weiter freundlich und offen, so dass Sie etwas für nachfolgende Gesprächssituationen lernen können.

Achten Sie während des Vorstellungsgesprächs darauf, dass Sie Ihre Hände ruhig halten und nicht alle paar Sekunden an einem anderen Teil rumspielen – auch wenn Sie natürlich sehr nervös sind. Daneben sollte auch das Aufstützen des Kopfes unterlassen werden – auch wenn das Vorstellungsgespräch nicht den gewünschten Verlauf nimmt.

Fragen stellen im Vorstellungsgespräch

Das Gespräch wird von den Gesprächspartnern begonnen und geführt, aber ein Gespräch lebt davon, dass Sie als Bewerber an den verschiedenen Aspekten der zu besetzenden Stelle interessiert sind und selbst Fragen stellen. Sophia Grundmann arbeitet in einer Berliner Personalberatung und berät Bewerber bezüglich des überzeugenden Auftretens in Vorstellungsgesprächen. Sie rät unter anderem: „Bewerber sollten im Vorstellungsgespräch nicht nur die gestellten Fragen beantworten, sondern regelrecht mit der anderen Seite ins Gespräch kommen – so können sich beide Seiten besser kennen lernen. Dazu stellt man als Bewerber am besten selbst Fragen, die das Interesse und die Motivation verdeutlichen. Dabei ist darauf zu achten, die Gegenfragen nicht nur dann zu stellen, wenn man gerade selbst keine Antwort auf eine gestellte Frage weiß.“

Auf viele Fragen im Vorstellungsgespräch können Sie sich vorbereiten; spielen Sie diesbezügliche Antworten während Ihrer Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch genau durch, ohne sie auswendig zu lernen. Je mehr Sie aber üben, desto überzeugter lässt sich Ihre Argumentation im Vorstellungsgespräch nachvollziehen. Wenn Sie mal wirklich keine Antwort auf eine Frage wissen, dann bitten Sie um ein wenig Bedenkzeit, oder seien Sie ehrlich, indem Sie sagen, dass Sie auf die gestellte Frage leider keine Antwort geben können.

Einsatz der Stimme

Dem Sprechen kommt eine besondere Bedeutung zu, die immer wieder unterschätzt und vernachlässigt wird. Neben einer deutlichen Aussprache haben Sie beim Sprechen einige Variationsmöglichkeiten, um Ihre Persönlichkeit und fachlichen Argumente überzeugend darzustellen. Am wichtigsten dabei sind die Veränderungen der Lautstärke der Stimme und des Sprechtempos; durch das Setzen von Sprechpausen akzentuieren Sie Ihre Aussagen.

Vor einem Vorstellungsgespräch bietet es sich, Ihre Stimme und Sprechweise beispielsweise mit anderen Bewerbern in einem Rollenspiel zu analysieren und zu verbessern. Zusätzlich können Sie mit natürlichen Gesten durch Ihre Hände Ihren Aussagen Nachdruck verleihen – Natürlichkeit ist dabei am wichtigsten. Wenn Sie dazu neigen, Ihre Hände zu häufig und zu wirr in einem Monolog zu verwenden, dann gehört es zu Ihren Aufgaben, die passende Balance zu finden.

Kleidung fürs Vorstellungsgespräch

Schon der erste Eindruck ist beim Vorstellungsgespräch für den weiteren Verlauf und Ihre Erfolgschancen auf eine Einstellung entscheidend. Wenn Sie nämlich nicht der ausgeschriebenen Stelle entsprechend gekleidet sind, dann fallen Sie sofort – und sei es nur im Unterbewusstsein des Gegenübers – negativ auf. Legen Sie deshalb besonderen Wert auf die Kleidung und Ihre allgemeine Erscheinung. Dass die Kleidung ordentlich und sauber sein sollte, ist sicher eine Selbstverständlichkeit für jeden Bewerber und soll hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden.

Keine Verkleidung – Sie müssen sich wohl fühlen

Für ein Vorstellungsgespräch dürfen Sie sich allerdings nicht verkleiden. Wenn Sie sich in eine bestimmte Kleidung zum Vorstellungsgespräch nur unwillig hineinzwängen, dann merkt man Ihnen Ihr Unwohlsein schnell an. Aber nur wenn Sie sich in Ihrer Kleidung wohl fühlen, können Sie ein überzeugendes Vorstellungsgespräch absolvieren. So hat es sich in vielen Fällen nicht als sehr ratsam erwiesen, zu einem Vorstellungsgespräch ein Kleidungsstück das erste Mal anzuziehen. Stattdessen sollten Sie schon vorher den Tragekomfort ausprobieren.

Dennoch sollte die Kleidung natürlich dem angestrebten Job angemessen ausgewählt werden. Tragen Sie die Kleidung ruhig schon ein paar Tage vorher, wenn Sie zum Beispiel als Uni-Absolvent zum Vorstellungsgespräch in einer Bank das erste Mal einen Anzug tragen werden. So können Sie sich daran gewöhnen. Mit Ihrer Kleidung geben Sie auch immer ein Statement ab, deshalb sollten Sie zu Ihnen, zur zu besetzenden Stelle und zu ihren übrigen Bewerbungsunterlagen kompatibel sein. Ihre Kleidung für ein Vorstellungsgespräch sollte Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Stil entsprechen.

Wenn Sie sich dagegen als Schuh-Verkäufer bewerben, dann ist ein Anzug mit Krawatte etwas overdressed, wobei diese Einschätzung auch abhängig von der Preisklasse und dem Kundenstamm des Schuhgeschäfts wäre. Als Schuh-Verkäufer beispielsweise sollten Sie sich aber auf alle Fälle modisch kleiden, um damit Ihren Sinn für Farben sowie Stil zu dokumentieren. Zwar wird die Kleidung bei der objektiven Bewertung der Bewerber kaum eine Rolle spielen, aber dennoch können Sie mit der Auswahl Ihrer Kleidung Ernsthaftigkeit beweisen.

Ein paar Tipps für die passende Kleidung im Vorstellungsgespräch:

  • Achten Sie vor allem auf saubere Kleidung, ohne Löcher und Schmutz.
  • Keine Sandalen oder Sportschuhe anziehen.
  • Dunkle Schuhe und dunkle Socken wirken immer am besten; also vor allem keine Tennissocken tragen.
  • Keine Krawatten mit witzigen Mustern oder in grellen Farben.
  • Auf Metallabsätze und zu abgetretene Absätze verzichten.
  • Die Kleidungsstücke sollten generell gut gebügelt sein.
  • Saubere Schuhe.
  • Frauen sollten auf den Minirock, durchsichtige oder eng anliegende Kleidung sowie auf einen zu großen Ausschnitt verzichten.
  • Nicht zu viel Schmuck tragen.

Auch beim Make-up und bei der Frisur gilt, dass sie zur ausgeschriebenen Stelle passen müssen. Wollen Sie sich als Friseurin bewerben, ist eine ausgefallene Frisur sicher in Ordnung, währenddessen Sie in einer Bank damit bestimmt etwas schief angeguckt werden. Sie sehen: Es gibt Berufe, bei denen die Frisur wichtiger als bei anderen Berufen ist. Frauen sollten auch beim Make-up vorsichtig sein; zu viel Make-up wirkt einfach unnatürlich.

Fragen im Vorstellungsgespräch – und mögliche Antworten

Der Verlauf und der Inhalt von Vorstellungsgesprächen sind nicht immer gleich und hängen vom durchführenden Unternehmen, von der zu besetzenden Stelle, von den Gesprächspartnern und letztendlich von Ihnen selbst ab. Denn beide Seiten möchten so viel wie möglich vom Gegenüber erfahren, so dass sie sich gegenseitig entsprechende Fragen stellen. Die anfängliche Initiative übernimmt natürlich der Personaler, der sich über die persönlichen und beruflichen Fähigkeiten und Kenntnisse des Bewerbers ein genaues Bild verschaffen will. Dabei werden Ihnen als Bewerber unter der Prämisse Fragen gestellt, dass Ihr Verhalten und Ihre Leistungen aus der Vergangenheit Rückschlüsse auf Ihr zukünftiges Verhalten und Ihre zukünftige Leistung im beruflichen Bereich zulassen.

Unternehmen mit einer modernen Personalabteilung und Geschäftsleitung werden ihrerseits den Prozess der Personalauswahl professionalisieren sowie wissenschaftliche Erkenntnisse und betriebsinterne Erfahrungen aus der Vergangenheit in die Vorbereitung, in den Ablauf und in die Nachbereitung von Vorstellungsgesprächen einfließen lassen. Dementsprechend ist es heutzutage der Normalfall, die Vergleichbarkeit von unterschiedlichen Bewerbern durch einen Interviewer-Leitfaden bzw. ein strukturiertes Interview zu gewährleisten, da alle Bewerber dieselben Fragen beantworten müssen. Die Antworten lassen sich so zudem objektiver einordnen und gewichten. Darüber hinaus werden mit den Fragen bestimmte Kriterien hinterfragt, die mit den Anforderungen der offenen Stelle positiv verknüpft sind.

So gibt es viele ähnliche thematische Bereiche, die mit entsprechenden Fragen in einem Vorstellungsgespräch abgeklopft werden. Bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch sollten Sie sich mit den möglichen Fragen gedanklich intensiv auseinandersetzen, um im Vorstellungsgespräch durchdachte und ausführliche Antworten geben zu können. Das heißt aber nicht, dass Sie die Antworten auswendig lernen sollten. Stattdessen kommt es eher darauf an, sich mit der Intention einer Frage zu beschäftigen und durch das Durchdenken und Wiederholen möglicher Antworten eine gewisse Sicherheit bei der Beantwortung zu erlangen.

Das Durchdenken Ihrer Antworten ist besonders wichtig, denn wenn Sie einfach nur die vorgefertigten Antworten aus Ratgebern oder von Bekannten übernehmen, dann besteht die Gefahr, dass Sie nicht authentisch sind. Außerdem besitzen die Personaler die Erfahrung, allgemeine Antworten zu hinterfragen und in die Tiefe zu gehen, um Sie ganz genau kennen zu lernen. Bei der Vorbereitung sollten Sie sich auch mit den verschiedenen Fragetechniken auseinandersetzen.

Fragenkatalog Vorstellungsgespräch

Im Folgenden erhalten Sie eine Übersicht über häufig vorkommende Fragen in einem Vorstellungsgespräch. Außerdem werden die Fragen teilweise mit einer Erklärung ergänzt, die Ihnen helfen soll, die Intention der jeweiligen Frage richtig einzuordnen. Bitte bedenken Sie daran, dass es bei der Beantwortung der Fragen in einem Vorstellungsgespräch keine scharfe Trennung zwischen „falsch“ oder „richtig“ gibt. Viele Bewerber verschwenden zu viel Zeit und Energie damit, als falsch angenommene Antworten umständlich zu vermeiden. Stattdessen sollten Sie sich darauf konzentrieren, Authentizität auszustrahlen und sich als unverwechselbare Persönlichkeit vorzustellen.

Fragen am Anfang des Vorstellungsgesprächs:

  • Haben Sie problemlos hierher gefunden?
  • Wie war Ihre Anreise?
  • Welchen ersten Eindruck macht das Unternehmen auf Sie?
  • Haben Sie sich gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet?
  • Dürfen wir Ihnen einen Platz anbieten?
  • Möchten Sie etwas trinken?

Fragen zum beruflichen Werdegang und Fachkenntnissen:

  • Weshalb möchten Sie nicht mehr bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber arbeiten?
  • Welche Gründe gibt es für Ihren angestrebten Wechsel?
  • Warum sind Sie derzeit arbeitslos?
  • Was haben Sie während der Arbeitslosigkeit unternommen, um eine neue Stelle zu bekommen?
  • Warum sind Sie nach der Elternzeit nicht zu Ihrem früheren Arbeitgeber zurückgekehrt?
  • Bei welchen Unternehmen haben Sie sich noch beworben?
  • Weshalb haben Sie so selten/ oft Ihre Arbeitgeber gewechselt?
  • Warum wurden die Beschäftigungsverhältnisse beendet?
  • Wo haben Sie schon überall gearbeitet?
  • Welche Erfahrungen konnten Sie dort sammeln und was haben Sie daraus gelernt?
  • Wie haben Sie sich bei Ihren beruflichen Stationen weiterentwickelt?
  • Haben Sie sich gut mit den Kollegen und Vorgesetzten verstanden?
  • Welche Aufgaben haben Sie bei Ihrer letzten Tätigkeit konkret übernommen?
  • Wie sah ein typischer Arbeitsalltag für Sie aus?
  • Verfügten Sie über Budget- und Personalverantwortung?
  • Wie wurden Ihre Arbeitsergebnisse von Ihren Vorgesetzten beurteilt?
  • Was hat Ihnen bei Ihrer letzten Tätigkeit nicht gefallen?
  • Welche beruflichen Ziele haben Sie bisher schon erreicht?
  • Über welche Fachkenntnisse verfügen Sie?
  • Inwieweit genügen Ihre Fremdsprachenkenntnisse den Anforderungen der Stelle?
  • Was können Sie uns über Ihre Computerkenntnisse sagen?
  • Welche fachlichen Aufgaben können Sie mit dem Computer durchführen?
  • An welchen fachlichen Schwächen möchten Sie zukünftig arbeiten?
  • Wurden von Ihnen in der Vergangenheit betriebliche Verbesserungsvorschläge angenommen und umgesetzt?
  • In welchen Bereichen haben Sie schon Weiterbildungen absolviert?
  • Warum haben Sie sich bisher nicht weitergebildet?

Fragen zur Persönlichkeit:

  • Welche guten Charaktereigenschaften zeichnen Sie aus?
  • Welche Charaktereigenschaften würden Sie gerne verändern?
  • Wie gehen Sie mit ungerechtfertigter Kritik um?
  • Wie ist Ihr Umgang mit gerechtfertigter Kritik?
  • Fällt es Ihnen eher leicht oder schwer, Fehler einzugestehen?
  • Wie würden Sie bei einem Fehler in Ihrer Arbeit, der einen Kunden sehr verärgert hat, vorgehen?
  • Beschreiben Sie beispielhaft, was Sie in der Vergangenheit bei der Bewältigung eines beruflichen Fehlers getan haben!
  • Wie treffen Sie Entscheidungen?
  • Wie gehen Sie mit unerwarteten Schwierigkeiten um?
  • Schildern Sie an Beispielen, wie Sie sich im Berufsalltag gegen die Meinungen von Vorgesetzten und Kollegen durchgesetzt haben!
  • Wie verhalten Sie sich in stressigen Situationen?
  • In welchen Situationen verlieren Sie die Beherrschung und werden laut?
  • Wie werden Sie von anderen Personen eingeschätzt?
  • Was mögen andere Personen besonders an Ihnen, und was nicht?
  • Wie überzeugen Sie andere Personen?
  • Welche Ziele verfolgen Sie im privaten Bereich?

Fragen zur Stelle:

  • Warum bewerben Sie sich bei uns?
  • Was interessiert Sie an der ausgeschriebenen Stelle am meisten?
  • Wie lange werden Sie zur Einarbeitung benötigen?
  • Inwieweit erfüllen Sie die Stellenanforderungen?
  • Welche Kenntnisse können Sie aus früheren Beschäftigungen in die neue Stelle einbringen?
  • Inwieweit werden Ihnen Ihre Stärken bei der Bewältigung der neuen Aufgaben helfen?
  • Welche fachlichen Gründe sprechen gegen Sie?

Fragen zum Unternehmen:

  • Welche Informationen besitzen Sie über unser Unternehmen?
  • Wenn Sie unsere Dienstleistungen und Produkte kennen, dann führen Sie
  • Was halten Sie von unserer Unternehmenskultur?
  • Was ist bei diesem Unternehmen besser als bei anderen?
  • Welche Ansprüche haben Sie an ein neues Unternehmen?

Fragen zur Schulzeit:

  • Welche Lieblingsfächer hatten Sie?
  • In welchen Fächern waren Sie nicht so gut? Warum?
  • Haben Sie sich in der Schule wohl gefühlt? Warum?/ Warum nicht?
  • Warum sind Sie sitzen geblieben?
  • Warum haben Sie „nur“ einen Realschulabschluss?
  • Warum haben Sie nicht studiert?
  • Wollen Sie noch studieren?
  • Wie kamen Sie mit Lehrern und Mitschülern aus?
  • An welchen Projekten in der Schule haben Sie mitgewirkt?
  • Wie würden Sie Ihren Arbeits- und Lernstil als Schüler beschreiben?
  • Wie haben Sie sich auf Klausuren und Prüfungen vorbereitet?
  • Lagen Ihre Stärken mehr im schriftlichen, mündlichen oder praktischen Bereich?
  • Was nehmen Sie aus der Schule für Ihr berufliches Leben mit?

Fragen zur Ausbildungszeit:

  • Warum haben Sie sich für dieses Studium/ diese Ausbildung entschieden?
  • Welche Vor- und Nachteile hat dieses Studium/ diese Ausbildung?
  • War die Ausbildungsrichtung im Nachhinein die richtige Entscheidung?
  • Welche Ausbildungsrichtung würden Sie heute ergreifen?
  • Welche Ausbildungsinhalte und -teile fanden Sie überflüssig?
  • Warum haben Sie Ausbildung/ das Studium abgebrochen?
  • Warum haben Sie den Ausbildungsberuf/ das Studienfach gewechselt?
  • Inwieweit hilft Ihnen Ihre Ausbildung bei der zu besetzenden Stelle?
  • Mit welchem Ergebnis haben Sie die Prüfungen gemeistert?
  • Wodurch sind Sie zum Thema Ihrer Abschlussarbeit gelangt?
  • Welche Praktika können Sie vorweisen?
  • Welche externen Aktivitäten haben Sie während Ihres Studiums/ Ihrer Ausbildung verfolgt?

Fragen zur Arbeits- und Berufseinstellung:

  • Wie packen Sie eine komplizierte Arbeitsaufgabe an?
  • Welche Methoden und Techniken haben Sie, um Ideen zu entwickeln und Aufgaben zu lösen?
  • Wo möchten Sie beruflich in fünf Jahren stehen?
  • Welche beruflichen Ziele haben Sie?
  • Nennen Sie Ihre bisherigen größten Erfolge und Misserfolge im Berufsleben!
  • Welche beruflichen Schritte wurden Sie gerne rückgängig machen?
  • Auf welche Eigenschaften legen Sie im Berufsleben am meisten Wert?
  • Was bedeutet für Sie beruflicher Erfolg?
  • Wie gehen Sie mit beruflichen Rückschlägen um?
  • Welche Maßnahmen würden Sie ergreifen, wenn Sie unzufrieden im Job sind?

Fragen zur Zusammenarbeit:

  • Wie wichtig ist Ihnen Teamarbeit? Was verstehen Sie darunter?
  • Welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei Teamarbeit?
  • Wie war Ihr Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen?
  • Wie haben Sie Streitigkeiten und Differenzen mit Vorgesetzten und Kollegen ausgetragen?
  • Was ist Ihnen beim Betriebsklima besonders wichtig?
  • Mussten Sie in der Vergangenheit schon Aufgaben von Kollegen übernehmen?
  • Welche Grundsätze würden bei Ihnen als weisungsbefugter Vorgesetzter gelten?
  • Welche Eigenschaften schätzen Sie an Vorgesetzten und Kollegen, und welche nicht?
  • Welche Maßnahmen würden Sie ergreifen, wenn Sie mit einem Kollegen nicht auf einer Wellenlänge funken?
  • Wie würden Sie sich gegen Mobbing wehren?
  • Was halten Sie von regelmäßigen Beurteilungsgesprächen und Kollegen- und Vorgesetztenbewertungen?
  • Was macht eine Führungskraft aus?
  • Welche Eigenschaften zeichnen Sie als Führungspersönlichkeit besonders aus?
  • Wie gehen Sie mit Kollegen/ Mitarbeitern um, die in einer schweren privaten Krise stecken?

Fragen zur Person:

  • Welche Hobbys haben Sie?
  • In welchen Vereinen sind Sie engagiert?
  • Wie vereinbaren Sie Beruf und Familie?
  • Fühlen Sie sich der kommenden Aufgabe physisch und psychisch gewachsen?

Fragen zu Lücken im Lebenslauf:

  • Sind Ihre Beschäftigungsverhältnisse immer nahtlos – ohne Zeiten der Arbeitslosigkeit – ineinander übergegangen?
  • Was haben Sie die Monate nach dem Abschluss der Schule, der Ausbildung oder des Studiums gemacht?
  • Weshalb sind Sie mit Ihrer Selbstständigkeit gescheitert?
  • Ihr Lebenslauf weist bestimmte Lücken auf; können Sie diese bitte näher erläutern?

Fragen zu Konditionen:

  • Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?
  • In welchem Umfang wären Sie zu Überstunden bereit?
  • Ihre Tätigkeit beinhaltet einen bestimmten Anteil Außendiensttätigkeit; wären Sie zu kurzen bundesweiten Reisen bereit?
  • Was erwarten Sie bei einem Stellenwechsel von uns als neuer Arbeitgeber?

Fragen am Ende des Vorstellungsgesprächs:

  • Nennen Sie abschließend in fünf Punkten, warum Sie der richtige Kandidat sind!
  • Welche wichtigen Fragen sind für Sie noch unbeantwortet?
  • Wie hat Ihnen das Vorstellungsgespräch gefallen, haben Sie irgendwelche Kritikpunkte?
  • Sind Sie mit dem Verlauf des Vorstellungsgesprächs zufrieden, oder hat Ihnen etwas nicht gepasst?
  • Haben Sie sich im Vorstellungsgespräch so darstellen können, wie Sie es gewollt haben?
  • Aus welchen Gründen meinen Sie, haben Sie uns im Vorstellungsgespräch überzeugt?
  • Was würden Sie im nächsten Vorstellungsgespräch gerne besser machen?
  • Wann stehen Ihre nächsten Vorstellungsgespräche an?
  • Wann könnten Sie sich frühestens entscheiden, die Stelle anzunehmen?

Weitere (unangenehme) Fragen:

  • Warum suchen Sie schon so lange nach einer neuen Stelle?
  • Weshalb haben Sie beruflich so wenig erreicht?
  • Sind Sie für diese Stelle nicht überqualifiziert?
  • Wie sehen Sie allgemein das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch

„Welche Stärken und Schwächen besitzen Sie?“ – Die Frage nach den Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch ist sehr gefürchtet, da es für viele Bewerber eine große Schwierigkeit darstellt, eine überzeugende und nicht zu einfältige Antwort zu geben. Obwohl man sich auf diese fast immer gestellte Frage gut vorbereiten kann, werden viele Bewerber bei der Beantwortung leider unsicher. Wie bei allen Fragen im Vorstellungsgespräch gilt auch hierbei wieder: nicht nur (die Stärken und Schwächen) aufzählen, sondern gleichzeitig eine Begründung oder Erläuterung geben.

Neben der Beantwortung ist auch der Umgang mit der Frage entscheidend

Neben der konkreten Beantwortung der Stärken und Schwächen interessieren den Personaler vor allem aber auch der Umgang mit dieser Frage und die Reaktion sowie das Selbstbild des Bewerbers. Deshalb gehört es zu einer guten Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch, sich mit den eigenen Stärken und Schwächen ausführlich auseinanderzusetzen, ein Vorgehen für die Beantwortung auszuarbeiten und gleichzeitig für die typischen Antworten auf die Frage nach den Stärken und Schwächen, die den Personaler eher entnerven, nachvollziehbare Alternativen zu finden.

Durch eine umfassende Vorbereitung und intensives Durchdenken Ihrer eigenen Stärken und Schwächen stellen Sie sich fachlich und persönlich so dar, dass Sie Ihre Gesprächspartner von Ihren Qualifikationen und Ihrer Eignung überzeugen. Die Fragen zu Ihren Stärken und Schwächen in einem Vorstellungsgespräch sind im Kontext zur ausgeschriebenen Stelle zu beantworten. Wenn Sie sich beispielsweise als Verkäufer bewerben, dann schadet es sicher nichts, Kommunikationsstärke und Dienstleistungsorientierung als Stärken zu nennen.

 Nennung der Stärken im Vorstellungsgespräch

Die Nennung von entsprechenden Stärken ist sicherlich noch der leichtere Teil bei der Stärken-Schwächen-Frage, obwohl vielen Bewerbern die Beantwortung auch unangenehm ist, weil sie zum einen nur selten über ihre positiven Seiten nachdenken und weil sie sich zum anderen nicht in den Vordergrund rücken wollen. Dabei geht es nicht so sehr darum, Stärken zu erfinden oder mit ihnen anzugeben, sondern tatsächlich über die Sie auszeichnenden Eigenschaften nachzudenken und dann auch selbstbewusst preiszugeben.

Bei der Nennung der Stärken sollte darauf geachtet werden, dass der größte Teil auch im Anforderungsprofil der Stelle erwartet wird. Generell lässt sich auch bei den Stärken sagen, dass wenige „gute“ Stärken besser als viele „schlechte“ Stärken sind. Wobei sich „gut“ und „schlecht“ auf die Nachvollziehbarkeit und Stellenrelevanz der jeweiligen Stärken beziehen.

Die Nennung der Stärken sollte immer mit einleuchtenden Beispielen aus dem Berufsleben oder anderen Lebenslaufstationen einhergehen; eine reine Aufzählung reicht also nicht aus – in diesem Fall müssten Sie sowieso mit entsprechenden Rückfragen der Gesprächspartner rechnen. Denn das ist der Job Ihrer Gesprächspartner, den Sie jeden Tag machen. Sie versuchen mit Nachfragen herauszufinden, ob die Bewerber es auch ehrlich meinen, sich mit den eigenen Stärken auseinandergesetzt haben und wie deren Persönlichkeit zum Unternehmen und den durchzuführenden Aufgaben passen. Man muss also angeben, in welchen Situationen sich die genannte Stärke gezeigt hat oder zeigen kann. Wenn man noch Schüler ist, dann machen sich Beispiele aus der Familie, dem Freundeskreis oder der Schule auch gut. Dabei müssen nicht nur persönliche Eigenschaften als Stärken angegeben, sondern es kann auch die fachliche Seite miteinbezogen werden.

Beispiele für mögliche (vor allem persönliche) Stärken, die im Vorstellungsgespräch genannt werden können:

  • „Ich bin sehr teamfähig und kann mich schnell in ein neues Team integrieren.“ – Beispiele aus der Vergangenheit dafür nennen: Hinweis auf die Teamarbeit bei letzten Arbeitgebern und die dadurch erreichten Ziele. Als Schüler kann man alternativ auf Gruppenarbeit in der Schule oder auf Aktivitäten in der Freizeit (Sport, Musik, Vereine) hinweisen. Dabei immer die konkrete Situation schildern, wie das teamfähige Handeln im Einzelnen aussah.
  • „Ich besitze immer eine hohe Motivation und Einsatzbereitschaft, mich in neue Aufgabenbereiche einzuarbeiten.“ – Diese Stärke muss anhand Ihrer beruflichen Erfahrung nachvollziehbar sein. Bitte beachten: Die Einarbeitung in neue Aufgabenbereiche kann auch notwendig werden, wenn der Bewerber vorher über wenig Theoriekenntnisse verfügt oder sich nicht eigenständig weiterbildet. Das wird dann von Arbeitgebern eher negativ gesehen.
  • „Ich bin sehr flexibel und hoch motiviert, so dass ich keine Probleme darin sehe, auch für einen Job umzuziehen oder reisen zu müssen.“
  • „Ich bin kreativ und kann gleichzeitig zuverlässig methodisch arbeiten.“ – Beispielhafte Begründung: „Bei meinem letzten Arbeitgeber waren ständig neue Ideen gefragt, um die Dienstleistungen und die Prozesse zu optimieren. Darüber hinaus wurde die Fähigkeit zur Kreativität von meinen letzten beiden Arbeitgebern in den Arbeitszeugnissen ausdrücklich gelobt.“
  • „Ich bin sehr zuverlässig.“ – Begründung für einen Schüler: „So habe ich in der Schule nie gefehlt, habe Hausaufgaben immer erledigt, bin immer pünktlich und hole mir bei auftretenden Problemen zur Lösung geeignete Hilfe.“
  • „Ich besitze ein gutes Auffassungsvermögen, so dass ich neue Arbeitsschritte nach kurzer Zeit schnell und selbständig umsetzen kann.“
  • „Ich bin anderen Personen gegenüber aufgeschlossen und kontaktfreudig.“
  • „Ich übernehme auch gerne Verantwortung und besitze eine hohe Selbstständigkeit, so dass ich Arbeitsaufgaben ohne Anweisung und zur Zufriedenheit der Vorgesetzten erledigen kann.“ – Beispielhafte Begründung: „So habe ich während meines letzten Praktikums zur höchsten Zufriedenheit meines Arbeitgebers ein Marketing-Projekt für ein mittleres Unternehmen in Eigenregie geplant, durchgeführt und ausgewertet.“

Ihre Schwächen können Sie grundsätzlich so formulieren, dass der Gesprächspartner daraus auch Stärken erkennen kann. Aber Achtung: Zu durchsichtig sollte die Ableitung nicht sein. Häufig wird sogar der ehrliche Umgang mit Schwächen in einem Vorstellungsgespräch honoriert.

Eigene Fragen im Vorstellungsgespräch stellen

Wie schon erwähnt, sollten Sie auch selbst Fragen stellen, weil Sie damit Ihr Interesse am Unternehmen und an der zukünftigen Arbeit zeigen. Ein Vorstellungsgespräch dient nämlich auch dazu, dass Sie als Bewerber die Gesprächspartner mit Ihren offenen Fragen konfrontieren; schließlich geht es um Ihre berufliche Situation in den nächsten Jahren. Daher sollten Sie ein Vorstellungsgespräch dafür nutzen, so viele Informationen wie möglich zu sammeln.

Vorbereitung der eigenen Fragen

Es geht genau genommen nicht darum, Fragen stellen zu müssen, sondern sich intensiv mit den Aufgaben und dem Unternehmen auseinanderzusetzen; schließlich wollen Sie dort produktiv und mit Freude über einen möglichst langen Zeitraum arbeiten. Deshalb ist das Vorbereiten von eigenen Fragen, die Ihre Auseinandersetzung mit der Stelle und Ihr Interesse am Unternehmen zeigen, besonders wichtig.

Bitte bedenken Sie: Die Auswahl Ihrer Fragen und die Art Ihrer Fragestellungen fließt auf jeden Fall in die Bewertung der fachlichen und persönlichen Eignung ein. Deshalb ist es nicht egal, ob und wie Sie eigene Fragen stellen; Sie müssen als Bewerber tatsächlich an den Antworten interessiert sein und sie als Grundlage für Ihre eigenen Entscheidungen nutzen. Ein guter Arbeitgeber wird froh über Ihre eigenen Fragen sein und sie erschöpfend beantworten. Falls dies nicht der Fall sein sollte, ist dies ein Zeichen für einen schlechten Arbeitgeber; der im günstigsten Fall selbst nur einen schlechten Tag hatte, im ungünstigsten Fall im Arbeitsalltag auch so gleichgültig den Mitarbeitern gegenüber treten wird.

Bei der Vorbereitung eigener Fragen geht es aber nicht darum, diese für das Vorstellungsgespräch auswendig zu lernen, sondern in erster Linie darum, sich intensiv mit der zu besetzenden Stelle und deren Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen. Deshalb reicht es auch nicht aus, mit den eigenen Fragen ein Interesse vorzuspielen, denn das merkt der Personaler und bringt Sie als Bewerber auch nicht weiter. Besonders wichtig ist es allerdings, die Frage nicht einfach nur isoliert zu stellen, sondern bauen Sie Ihre Frage in einen umfangreicheren Kontext ein, der eigene Einstellungen und Erwartungen deutlich macht. Nur so kann sich ein Dialog entfalten.

Fragen zum Aufgabengebiet

Lesen Sie sich in der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch noch einmal die Anforderungen der zu besetzenden Stelle durch. Wissen Sie danach noch nicht 100%, wie sich ein konkreter Arbeitsalltag für Sie bei einer Einstellung gestalten würde, haben Sie Klärungsbedarf. Denn Ihnen kann es ja nicht egal sein, was Sie machen und worin Ihre täglichen Aufgaben bestehen. Wenn dies im Vorstellungsgespräch vom Unternehmen nicht genauer dargestellt wird, sollten Sie mit entsprechenden eigenen Fragen nachhaken.

  • Welche konkreten Aufgaben übernehme ich?
  • Wie gestaltet sich der Ablauf der Arbeit in der Abteilung?
  • Wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitsalltag aus?
  • Welche Aufgaben nehmen zeitlich den größten Raum ein?
  • Auf welche Aufgaben wird der größte Wert gelegt?
  • Wie werden die Aufgaben innerhalb der Abteilung aufgeteilt und abgearbeitet?
  • Gibt es neben den Routineaufgaben auch projektbezogene Aufgaben zu bewältigen?

Fragen zum Unternehmen und zur Abteilung

Auch wenn Sie bei Ihrer Informationsrecherche über das Unternehmen schon viele Fragen klären konnten, sollten Sie die Chance wahrnehmen, im Vorstellungsgespräch mehr Details über das Unternehmen zu erfahren:

  • Seit wann gibt es das Unternehmen und welche Entwicklung hat es bisher durchgemacht?
  • Welche Ziele hat das Unternehmen?
  • Welche aktuellen Projekte werden gerade in der Abteilung bearbeitet?
  • Ist das Unternehmen auch international tätig oder wird es in Zukunft international expandieren?
  • Mit welchen externen Unternehmen und Organisationen arbeitet man in der Abteilung zusammen?

Fragen zur Arbeitsorganisation und Arbeitsweise

Die Zufriedenheit mit der Arbeit ist nicht nur vom Umfang und von der Vielfalt des Aufgabengebiets abhängig, sondern auch ganz entscheidend von der Arbeitsorganisation und Arbeitsweise. Hierzu überlegen Sie sich bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch am besten, was Ihnen in diesem Bereich besonders wichtig ist, um sich bei der Arbeit letztendlich wohl zu fühlen und ihre Leistungsfähigkeit ausschöpfen zu können.

Das könnte sich beispielsweise auf die Frage beziehen, ob Sie lieber nach Anweisung oder in Eigeninitiative arbeiten, oder ob Ihnen die Präsentation der Arbeitsergebnisse mehr zusagt als das Anfertigen von Berichten, oder ob Ihr Umgang mit Kunden überhaupt zur Philosophie des Unternehmens passt. Dementsprechend könnten eigene Fragen zur Arbeitsorganisation und Arbeitsweise so lauten:

  • Wie viele Mitarbeiter arbeiten in einem Büro?
  • Finden täglich morgendliche Besprechungen des Tagesablaufs statt?
  • Welche Möglichkeiten habe ich als Mitarbeiter, meinen Arbeitsplatz selbst zu gestalten?
  • In welchem Umfang bin ich eigenverantwortlich?
  • Wie funktioniert die Arbeitsteilung innerhalb der Abteilung?
  • In welcher Form werden eigene Arbeitsergebnisse anderen Kollegen und Vorgesetzten zugänglich gemacht?
  • Welche Arbeitsweise bevorzugen Sie bei Ihren Mitarbeitern?
  • Inwieweit stehen Sie Verbesserungsvorschlägen zur Arbeitsorganisation offen gegenüber?
  • Für wie viele Mitarbeiter trage ich Personalverantwortung?

In vielen Stellenanzeigen werden oftmals Anforderungen zur Arbeitsweise genannt, die sich auch direkt für eine Fragestellung eignen, sofern der Personaler darauf im bisherigen Gesprächsverlauf noch nicht eingegangen ist. So können Sie fragen, was der Arbeitgeber denn beispielsweise selbst unter Teamfähigkeit, Kundenorientierung oder Eigenverantwortung versteht.

Fragen zu den fachlichen Anforderungen

Die Beschreibung der fachlichen Anforderungen ist in vielen Stellenanzeigen sehr allgemein gehalten. Deshalb können Sie mit Nachfragen in Erfahrung bringen, welches konkrete Level der fachlichen Anforderungen für die zu besetzende Stelle notwendig ist; ob beispielsweise gute englische Schulkenntnisse ausreichen oder ausgezeichnete Englischkenntnisse in Spezialgebieten unabdingbar sind, um den fachlichen Anforderungen gerecht zu werden.

So können Sie überprüfen, inwieweit die Vorstellungen des Unternehmens überhaupt konkretisiert sind und mit Ihren gegenwärtigen oder zukünftigen Fachkenntnissen übereinstimmen. Einige Fragen zu den fachlichen Anforderungen seien hier kurz beispielhaft genannt:

  • Ich habe diverse Office-Kurse zur Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen. Aber ich bin mir nicht sicher, welches Niveau von Ihnen bei den Office-Programmen erwartet wird. Könnten Sie das bitte etwas näher erläutern?
  • In meiner Tätigkeit als Dachdecker habe ich alle typischen Aufgaben kennen gelernt und ausgeführt. Da Sie auf die Anbringung von Solaranlagen spezialisiert sind, würde mich sehr interessieren, ob man als neuer Mitarbeiter anfangs intern geschult wird, denn in diese Richtung möchte ich mich gerne weiterentwickeln?

Fragen zur Zusammenarbeit und zu Vorgesetzten

Um rundum bei und mit der Arbeit zufrieden zu sein, spielt neben dem Aufgabengebiet und der Arbeitsorganisation auch das Betriebsklima hinsichtlich der Kollegen und Vorgesetzten eine große Rolle. Deshalb sollten Sie sich eigene Fragen überlegen, die auch schon etwas Ihre eigenen Erwartungen von einer Zusammenarbeit ausdrücken. Zu diesem Bereich könnte man zum Beispiel Fragen folgender Natur stellen:

  • Mit wie vielen Kollegen arbeite ich in einer Abteilung oder Arbeitsgruppe zusammen? Welche Hierarchien bestehen hier?
  • Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit in der Abteilung oder Arbeitsgruppe zwischen den Kollegen genau?
  • Gibt es spezielle Mitarbeiterförderprogramme oder -maßnahmen oder gemeinsame Aktivitäten außerhalb des Unternehmens, um ein gutes Arbeitsklima zu fördern?
  • Wer wäre mein direkter Vorgesetzter?
  • Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten genau aus?
  • Welcher Führungsstil wird in Ihrem Unternehmen gepflegt?
  • Was erwarten Sie als Vorgesetzter von Ihren Mitarbeitern?
  • Führen Sie regelmäßig Mitarbeiter- bzw. Feedbackgespräche durch, um eine Arbeitseinschätzung und eine Arbeitsbewertung abzugeben sowie Verbesserungspotentiale aufzuzeigen?

Fragen zur Einarbeitung

Als neuer Mitarbeiter muss man sich erst in die Aufgaben, in die Abteilung und in die Unternehmensphilosophie und Unternehmenskultur einfinden. Daher sollte Ihr Eigeninteresse an der Gestaltung der Einarbeitung schon sehr groß sein. Dazu könnten Sie zum Beispiel folgende Fragen stellen:

  • Wie läuft die Einarbeitung bei Ihnen ab und wie lange dauert diese?
  • Steht bei Ihnen ein spezieller Ansprechpartner zur Verfügung, der besonders den neuen Mitarbeitern während der Einarbeitung hilft?
  • Gibt es besondere Angebote von Ihnen, um die Einarbeitung zu erleichtern?

Fragen zur beruflichen Perspektive

Die Qualität der zu besetzenden Stelle ist für viele Bewerber auch immer von den Entwicklungsmöglichkeiten abhängig, die die Stelle und das Unternehmen bieten. Zur beruflichen Perspektive bieten sich folgende Fragen an:

  • Welche internen Weiterbildungsmöglichkeiten werden geboten und wie wird damit die Weiterentwicklung der Mitarbeiter gefördert?
  • Wird es gerne gesehen, wenn sich die Mitarbeiter nebenbei weiterbilden?
  • Welche Spezialkenntnisse werden in den nächsten Jahren in Ihrem Unternehmen besonders wichtig sein?
  • Werden die Mitarbeiter für Führungspositionen in Ihrem Unternehmen vorwiegend intern oder extern rekrutiert?
  • Welche Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten sich nach ein paar Jahren Unternehmenszugehörigkeit?

Fragen bei einer Ausbildung

Wenn Sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben, dann ergeben sich unter Umständen weitere spezifische Fragen, die sich eben um alles rund um die Ausbildung drehen:

  • Wie laufen die Ausbildung und die einzelnen Ausbildungsabschnitte ab?
  • Wer sind während der Ausbildung meine Ansprechpartner?
  • Welche Abteilungen lernt man kennen?
  • Wann und wie findet der Berufsschulunterricht statt?
  • Wie hoch sind die Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden?
  • Wer sind meine unmittelbaren Vorgesetzten?

Vorstellungsgespräch – Kennen lernen und Austausch auf Augenhöhe

Viele Bewerber haben regelrecht Angst, wenn sie an den Ablauf von Vorstellungsgesprächen denken, und stellen auch teilweise den Sinn dieser Vorstellungsgespräche in Frage. Aber mit einer intensiven und konzentrierten Vorbereitung lässt sich die Angst abmildern, so dass man in der konkreten Gesprächssituation seine Persönlichkeit gut darstellen kann und höchstens nur noch von ein wenig Nervosität geplagt ist. Seien Sie sich immer bewusst: Ein Vorstellungsgespräch muss auf Augenhöhe erfolgen; Sie sollten deshalb nicht als Bittsteller auftreten und sich ängstlich ausquetschen lassen, aber auch keine überhebliche Show abziehen. Das Vorstellungsgespräch dient auch dem eigenen Abgleich der fachlichen und persönlichen Vorstellungen mit den Anforderungen der angestrebten Stelle

Große Unterschiede beim Ablauf von Vorstellungsgesprächen

Selbstverständlich gibt es hinsichtlich des Ablaufs einzelner Vorstellungsgespräche gravierende Unterschiede – diese sind größtenteils zum einen vom jeweiligen Arbeitgeber und zum anderen von der Art der zu besetzenden Position abhängig. Denn ein Vorstellungsgespräch für einen Ausbildungsplatz als Industriemechaniker oder für eine Verkäuferin im Einzelhandel läuft anders als ein Vorstellungsgespräch für eine Position als Geschäftsführerin ab.

Zusätzlich unterscheidet sich auch die Bedeutung des Vorstellungsgesprächs von Unternehmen zu Unternehmen, von Beruf zu Beruf oder von Branche zu Branche. Isabel Hubert als Personalleiterin eines mittleren Handwerksbetriebs sieht die interne Bedeutung beispielsweise so: „Je mehr Kundenkontakt bei der zu besetzenden Stelle erwarten ist, desto wichtiger ist der direkte Eindruck aus dem Vorstellungsgespräch, und desto unwichtiger wird die Bewertung der Schulnoten, Arbeitszeugnisse oder Bewerbungsunterlagen, wobei unsere potentiellen Mitarbeiter natürlich jeweils ein Mindestmaß dieser weiteren Kriterien erfüllen müssen.“

Weitere Unterschiede können sich daraus ergeben, ob das Vorstellungsgespräch von einem Zeitarbeitsunternehmen oder vom Unternehmen mit einem Personalbedarf selbst durchgeführt wird, wie groß das Unternehmen ist, ob das Vorstellungsgespräch der Einstellung von Schülern oder berufserfahrenen Handwerkern dient oder wie viel Erfahrung Ihre Gesprächspartner selbst mit Personalmanagement und Vorstellungsgesprächen haben.

Des Weiteren unterscheidet sich auch die Anzahl der Gesprächspartner teilweise erheblich: bis zur Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes im August 2006 war es durchaus üblich, nur einem Gesprächspartner gegenüber zu sitzen; mittlerweile nehmen vor allem bei den größeren Unternehmen mehrere Gesprächspartner aus der Personal- und der jeweiligen Fachabteilung teil. Die Gesprächspartner aus der Fachabteilung stellen dann vorwiegend fachliche Fragen, währenddessen die Gesprächspartner aus der Personalabteilung für Fragen rund um die Arbeitsbedingungen zuständig sind. Für letztere Fragen kann aber auch ein zweites Vorstellungsgespräch anberaumt werden – besonders bei sehr verantwortungsvollen Positionen. Ein weiterer Vorteil mehrerer Gesprächspartner bei einem Vorstellungsgespräch liegt darin, dass durch die Zusammenfassung der individuellen Bewertungen des Bewerbers in den meisten Fällen ein objektiveres Bild des Bewerbers entsteht.

Unabhängig von den speziellen Gegebenheiten und Unterschieden ist die Ausgangslage für Sie als Bewerber jedes Mal ähnlich: Sie wollen sich im Vorstellungsgespräch fachlich und persönlich von Ihrer besten Seite präsentieren. Daneben dient ein Vorstellungsgespräch durchaus dem gegenseitigen Kennen lernen – was bedeutet: Sie haben das Recht, Fragen zu den Hintergründen der Stelle zu stellen. Sie sollten deshalb selbst so wissbegierig sein, dass Ihnen viele Fragen zum Unternehmen bzw. zur Institution, zu den Arbeitsbedingungen und den Aufgaben der zu besetzenden Stelle einfallen, um Ihrerseits die Vorstellungen des Unternehmens herauszufinden und mit Ihren eigenen Wünschen abzugleichen. Darüber hinaus nehmen Sie ruhig die Chance wahr, Ihre beruflichen Vorstellungen preiszugeben. Denn nur dann hat der Arbeitgeber seinerseits auch die Möglichkeit, Ihre Vorstellungen mit den eigenen betriebsinternen Kriterien abzugleichen.

Ziele für das Vorstellungsgespräch – vom Bewerber und vom Arbeitgeber

In der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch setzen Sie sich intensiv mit Ihren beruflichen Vorstellungen und Wünschen auseinander; Sie ziehen eine Bilanz, was Sie bisher erreicht haben und welche zukünftigen Ziele Sie erreichen wollen. Deshalb ist ein Vorstellungsgespräch nicht nur ein notwendiges Übel, sondern gleichzeitig eine berufliche Bestandsaufnahme. Diese Chance sollten Sie gewissenhaft und konzentriert ergreifen. Außerdem haben Sie in einem Vorstellungsgespräch die Möglichkeit, sich mit Ihren fachlichen Kenntnissen und persönlichen Stärken zu präsentieren und die Resonanz darauf auszuwerten.

Da die Arbeit auch immer von der Sympathie im Kollegium abhängig ist, können Sie mit einem Vorstellungsgespräch darüber hinaus herausfinden, ob Sie die Atmosphäre, das Arbeitsklima und die zukünftigen Kollegen ansprechen; nehmen Sie alle sich bietenden Gelegenheiten wahr, um sich darüber ausreichend Klarheit zu verschaffen. Denn schlussendlich wird die Leistungsbereitschaft und die Leistungsfähigkeit auch immer von den unmittelbaren Vorgesetzten beeinflusst. So können die Führungsstile von Arbeitgeber zu Arbeitgeber sehr variieren und damit auch Ihr Wohlbefinden bei der täglichen Arbeit. Dementsprechend sollte es ein Anliegen von Ihnen sein, Ihren unmittelbaren Vorgesetzten genauer unter die Lupe zu nehmen, indem Sie beispielsweise ganz konkret Fragen zum Führungsstil oder darüber hinaus fachliche Fragen stellen.

Das Unternehmen verfolgt mit dem Vorstellungsgespräch selbstverständlich auch bestimmte Ziele. So werden die Personaler überprüfen, inwieweit die Bewerbungsunterlagen korrekt sind, und Ihnen als Bewerber zu offen gebliebenen Sachverhalten Fragen stellen. Die Personaler werden außerdem überprüfen, ob Sie die fachlichen Voraussetzungen erfüllen und welche Motivation Sie für die Aufgaben mitbringen. Da es auch immer um Sympathie geht, wird das Vorstellungsgespräch mit mehreren anwesenden Personen des Arbeitgebers geführt. So soll herausgefunden werden, ob die Bewerber ins Kollegium und ins Unternehmen passen.

Form des Anschreibens

Der Form des Anschreibens müssen Sie besonderer Beachtung schenken, da Sie ein unordentliches Vorgehen im Wettstreit mit den anderen Bewerbern weit nach hinten wirft. Anhand der Form des Anschreibens lässt sich nämlich erkennen, ob Sie konzentriert arbeiten sowie Sachverhalte prägnant formulieren können, zu einer übersichtlichen Darstellung der beruflichen Fakten in der Lage sind und neben der Beachtung der Formregeln auch einen Sinn für ästhetische Ansprüche haben.

So nimmt der Empfänger Ihrer Bewerbungsunterlagen zuerst die physische Beschaffenheit der einzelnen Bewerbungselemente in Augenschein. Die Papierqualität (möglichst kein simples Kopierpapier) muss einwandfrei sein, es dürfen selbstverständlich keine Eselsohren auftreten, das Papier darf keine Flecken aufweisen, die Druckerschwärze darf nicht verschmiert sein, alle Bewerbungselemente des Anschreibens müssen in einer nachvollziehbaren Ordnung vorliegen und der Text sowie weitere Gestaltungsmerkmale (Linien im Lebenslauf, Bewerbungsfoto) sind in gerader Linie anzuordnen.

Das Anschreiben orientiert sich formal an der DIN-Norm 5008, die Schreib- und Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung festlegt. Allerdings sollten Sie nicht so viel Energie darauf verwenden, die Seitenabstände auf den Millimeter genau einzustellen, denn kein

  • Personalverantwortlicher wird nachmessen und Ihre Bewerbungsunterlagen bei den kleinsten Abweichungen aussortieren.

Die Länge des Anschreibens darf eine Seite möglichst nicht überschreiten. Ob Sie dabei Blocksatz oder linksbündigen Flattersatz verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Außerdem ist eine Gliederung des Anschreibens in Absätze vorzunehmen. Dabei fassen Absätze die sinngemäß zusammenhängenden Sätze zusammen – so wie in diesem Artikel zum Thema Anschreiben.

Die Länge des Anschreibens darf eine Seite möglichst nicht überschreiten. Ob Sie dabei Blocksatz oder linksbündigen Flattersatz verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Außerdem ist eine Gliederung des Anschreibens in Absätze vorzunehmen. Dabei fassen Absätze die sinngemäß zusammenhängenden Sätze zusammen – so wie in diesem Artikel zum Thema Anschreiben.

Das Anschreiben muss insgesamt folgende Elemente enthalten:

  • Adressangabe mit Namen des Ansprechpartners
  • Absenderangabe mit Kontaktmöglichkeiten
  • Datumsangabe
  • Aussagekräftige Betreffzeile
  • Anrede mit Nennung des konkreten Ansprechpartners
  • Anschreibentext
  • Unterschrift
  • Anlagenvermerk (Kann auch auf einem Deckblatt oder in einem gesonderten Anlagenverzeichnis erfolgen.)

Entgegen der oftmals praktizierten falschen Verfahrensweise, das Anschreiben selbst in die Bewerbungsmappe einzuheften, wird das Anschreiben nur lose auf die eigentliche Bewerbungsmappe (falls Sie eine verwenden) gelegt und so zusammen in den Umschlag gesteckt. Das konkrete Vorgehen hängt aber auch ganz speziell von der benutzten Bewerbungsmappe ab. Als Faustregel gilt: Der Empfänger muss das Anschreiben schnell finden und in die Hand nehmen können.

Wenn Sie schon auf den ersten Blick mit der Form des Anschreibens überzeugen, dann können Sie andere Bewerber im Wettstreit um eine Einladung zum Vorstellungsgespräch etwas distanzieren. Aber auch der Inhalt des Anschreibens muss aussagekräftig genug sein, um Ihren Vorsprung zu verteidigen und zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden.